Für dieses Werk durchforste ich seit Jahren
die von den Printmedien erzeugte Bilderflut.
Ausschnittsweise werden
veröffentlichte Bilder auf
Eßoblaten gebannt, die wiederum
auf Siebe montiert werden.
Über 1000 Siebe entstanden bisher.
Bevor der Endverbraucher Informationen filtert,
wird zuvor auf vielen Ebenen
selektiert; symbolisch war das Sieb somit der beste Bildträger.
Erinnerungswürdiges und schon Vergessenes
rückt ins Blickfeld.
Die Sieb–drucke zeigen Bruchstücke eines niemals vollständigen Bildes der
Facetten des Lebens.
Einmal das Thema Schwein
bestimmt, reichten mir Stift
und Pinsel
als Ausdrucksmittel nicht aus.
Eine intensive Auseinandersetzung forderte mehr.
Mit dem Material selbst nahm ich
Tuchfühlung auf.
Die Haut von Schweineohren, –pfoten und
–köpfen verarbeitete ich von
Druckstöcken zu Drucken.
Die Knochen kamen in Schaukästen, ich las Züchterliteratur
sowie vergleichende Anatomiebücher.
Mit einem Schweine–Altar und einem leckeren Buffet schloß ich das Werk vor erst ab.
Nach der Auseinandersetzung mit dem Ernährungsprodukt Schwein
fokusierte sich mein Blick auf die gutgefüllte Speisekarte.
Wie schon die Schweine-Drucke werden die Stillleben
mittels des abzubildenden Materials gedruckt.
An Gemüse–, Käse– und Fleischtresen, nach geeigneten Druckstöcken suchend;
begegnete mir selbstredend, der sich verändernde gesellschaftliche Umgang mit den Lebensmitteln.
So entstanden Stillleben – nicht ohne kritische Hintergedanken.
Unter dem Titel "Exile and Mainstream" entstand eine Serie von Frottagen, die direkt von den Zuggestellnummern und anderen Zugteilen abgerieben wurden. Dies war möglich, da im damals noch existierenden Freihafen Bremen verblomte Züge aus den verschiedensten Ländern über das Wochenende auf den dortigen Gleisenanlagen abgestellt waren. Die so entstandenen Abriebe symbolisieren die Wege von Zügen, eng verknüpft mit den Schicksalen der Menschen. Züge waren neben Schiffen die ersten Massentransportmöglichkeiten. Das Gedenken an die Massentransporte der NS–Zeit ist gewollt.